Bettgeflüster

Auf der Flucht

Geträumt: Januar 2018
Genre: Thriller

„Los, komm jetzt. Er wird gleich hier sein!“
Ich kenne den Mann nicht und mir stellen sich die Nackenhaare auf bei dem Gedanken einem Fremden in den Park zu folgen. Aber diese Furcht in seinen Augen… Ich glaube, soetwas kann man nicht spielen.

Eigentlich war ich gerade auf dem Weg nach Hause, als er auf mich zu rannte. Er sagte, dass jemand hinter ihm her sei, und schien Angst zu haben, dass sein Verfolger mit mir Vorlieb nehmen würde, wenn er mich allein hier antreffen würde.
Ich habe keine Zeit lange nachzudenken und wir sprinten gemeinsam los. So viele Fragen schwirren mir durch den Kopf, doch ich spare mir den Atem. Im Park ist es dunkel, keine Laterne erhellt uns den Weg, nur der Mond leuchtet durch die Baumkronen – gerade genug, um nicht über herunter gefallene Äste zu stolpern. Plötzlich verlässt der Fremde den Weg und prescht über eine Wiese ins Gebüsch. „Hier lang“, ruft er mir über seine Schulter zu. Falls er mir etwas antun will ist es jetzt sowieso zu spät; ich zucke in Gedanken mit den Schultern und laufe ihm nach.

Hinter den Büschen befindet sich ein Zaun, dem wir ein paar Meter folgen, bis zu einer Lücke durch die wir hindurch schlüpfen. Es sieht aus, als wären wir in einem dichten Nadelwald gelandet, doch der Fremde rennt ohne zu zögern weiter. Ich hoffe wirklich, er weiß wo wir sind.
Wer ihn wohl verfolgt? Vielleicht will ich es gar nicht wissen.

Abrupt hört der Wald auf und ich erblicke ein mir unbekanntes Gebäude. Oder ist es nur ein Gerüst? Alles was ich sehe sind Treppen und Leitern, zwischen denen vereinzelte Gänge tiefer ins Innere führen. Der Fremde scheint nicht zum ersten mal hier zu sein. Er springt über Betonblöcke und Abgründe, klettert Leitern hoch und bewegt sich mit solch einer Geschwindigkeit, dass ich Schwierigkeiten habe, mir zu merken wo er lang gegangen ist. An Hinterherjagen ist nicht zu denken. Als er sich umdreht um zu sehen wo ich bleibe weiten sich seine Augen und er starrt hinter mich. Ich blicke mich um und sehe einen dunkel gekleideten Mann schnell zu uns aufschließen. Adrenalin rauscht durch meine Adern. Ich muss da hoch! Als ich die erste Leiter hochgeklettert bin erscheint mir das Gewirr an Wegen unübersichtlicher als zuvor. Wahllos gehe ich über Treppen und springe von einem Block zum nächsten. Auf einmal zieht mich eine Hand in einen Gang. Ein kurzer Schrei entflieht mir, bevor ich den jungen Mann erkenne, der mich durch den Park geführt hat. Er zieht mich mit sich in einen Gang, an dessen Ende wir durch eine dicke Eisentür gehen. Hinter mir schließt der Fremde die Tür. Dunkelheit.

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