Pen & Paper

Das Hügelgrab – Das Abenteuer beginnt

Der zweite Teil des Abenteuers „Das Hügelgrab von Caetharlach“
Hier geht’s zum ersten Teil, hier (noch nicht) zum nächsten. Alles weitere findet ihr in der Übersicht.

Von Leonardo zum Hafen begleitet schauen die drei sich bei den Händlern um, die ihre Waren direkt vom Schiff verkaufen. Der Geruch nach Salzwasser ruft in ihnen eine gewisse Abenteuerlust hervor, auch wenn ihnen ein wenig mulmig wird, wenn sie daran denken, dass sie ihn nun eine Woche lang in der Nase haben werden.
Während die anderen von der großen Auswahl fasziniert ihre Ausrüstung zusammenstellen, verschwindet Tanía in eine der dunklen Ecken, deren Existenz man in Porto Colice gerne leugnet, und besorgt sich Diebeswerkzeug – schließlich wird sie bald in ein Grab einbrechen. Als sie wieder zurück ist, fragt sie Leonardo  über Angelo und Caetharlach aus. Allerdings erfährt sie von dem schweigsamen Mann nicht viel mehr, als dass die blaue Robe Frater Angelo als hochrangigen Priester kennzeichnet, dass das Zeichen für den Gott Eru steht und, dass das Auge auf seinem Eru-Zeichen für den Orden Occulo de Eru steht.
Am Abend, als sie mit den Einkäufen fertig sind, kehrt Leonardo ins Lager der Bewaffneten Brüder zurück und Seripha, Rhydian und Tanía begeben sich in die Taverne, wo sie erstaunt feststellen, dass sie nicht in einem der großen Schlafsäle untergebracht wurden, sondern in einem eigenen Zimmer, welches vom Hof aus zu erreichen ist und über acht Betten verfügt. Sie legen die Ausrüstung in die Ecke neben dem Fenster und gehen schlafen.

Es ist stockfinster und spät in der Nacht, doch Rhydian ist mit einem mal hellwach. Hat er nicht etwas gehört? Da, schon wieder. Neben dem Fenster knarren die Dielenbretter. Vorsichtig steht er auf; wieder knarrt eine Bodendiele, diesmal unter seinen eigenen Füßen.
Trotz zweistimmigen Schnarchens aus den Betten neben sich, kann er ein leises Flüstern hören: „Los, beeil dich. Da ist schon jemand wach geworden!“
Rhydian reagiert sofort und weckt die beiden jungen Frauen. Schlaftrunken beschwert sich Tanía: „Was ist los? Warum weckst du mich?“
„Shhht-Shhht! Da in der Ecke…“
„Ja, natürlich, da in der Ecke. Leg dich wieder hin, wir müssen morgen früh raus…“ unterbricht sie ihn. Und hätte sie nicht auch plötzlich ein Knarren aus der Ecke gehört, hätte sie vermutlich bis zum Morgen so weiter geschimpft, doch das quietschende Geräusch reißt auch sie endgültig aus dem Schlaf. Schnell springt sie auf und zieht einen Dolch aus dem Stiefel vor ihrem Bett.
„Wer ist da?“, fragt sie in die Dunkelheit.
„Äääh… Sieben schwer bewaffnete Männer, die sich nur im Zimmer geirrt haben und jetzt wieder raus wollen…?“, antwortet ihr eine tiefe, leicht zittrige Stimme.

Während sich Seripha, von der Situation überfordert, in eine andere Ecke des Raumes zurückzieht, bewegt sich Rhydian zur Tür, um etwas Licht von draußen herein zu lassen. Tanía blockiert derweil den Weg zum Fenster, um den Fremden keine Möglichkeit zur Flucht zu bieten. Gerade noch rechtzeitig, wie sie feststellt, als jemand von vorn mit solch einer Wucht gegen sie prallt, dass sie auf einem der anderen Betten landet. Im selben Moment öffnet Rhydian die Tür und flackerndes Licht erhellt den Raum gerade so, dass man sehen kann, wer sich wirklich Zutritt zum Schlafgemach verschafft hat: Zwei Zwerge, geradezu mit Seil umwickelt und mit all den anderen sorgfältig eingekauften Waren beladen. „Schnell, schließ die Tür wieder!“, ruft Seripha, da die beiden Diebe bereits auf halbem Weg nach draußen sind. Die Tür fällt ins Schloss und sofort ist es wieder dunkel.
„Legt unseren Besitz ab!“, befiehlt Rhydian von der Tür aus. Das Rascheln aneinander reibender Taue und das Klirren einer zerspringenden Öllampe lassen darauf schließen, dass die Zwerge gehorchen.
„So, jetzt lasst uns raus. Wir sind sieben… nein, ihr hattet ja schon Licht… Lasst uns trotzdem raus!“ Man hört Schritte vom Hof und Rhydian, der hofft, dass Ricardo gerade seine Runde dreht, öffnet die Tür. Schon rennen die beiden Zwerge ins Freie und direkt in Ricardos Arme. Es gibt ein großes Gepolter und Ricardo kommt ins Zimmer gestiefelt: „Wer sind die beiden da draußen? Sie behaupten, sie seien eure Freunde.“ Seripha, welche sich mittlerweile wieder gefasst hat, erklärt: „Wir kennen sie genauso wenig wie Emilio. Sie wollten uns bestehlen!“
„Dann ist ja gut, dass ich das Tor gerade abgeschlossen habe. Ich werde die Gauner erstmal hier behalten“, meint der Wirt nur und verlässt seine Gäste wieder. Langsam kehrt wieder Ruhe ein und alle versuchen noch ein bisschen zu schlafen, schließlich beginnt morgen eine große Reise.

Schon beim ersten (und erbarmungslos lauten) Hahnenschrei hat Leonardo sich in die Taverne begeben und klopft an die Zimmertür der drei. Rhydian öffnet ihm und sieht als erster, dass neben Leonardo noch ein weiterer junger Mann steht, der sich als Sergio vorstellt. Auch er gehört zu den Bewaffneten Brüdern. Sobald alle sich angezogen und ihre Ausrüstung gepackt haben gehen sie los zum Hafen.
Schon von weitem riechen sie das Meer, den frisch gefangenen Fisch und das leicht morsche Holz von Kisten und Ladeplanken. Als sie jedoch vor ihrem Schiff stehen ist es vorbei mit der Vorfreude: Es handelt sich um ein altes Frachtschiff, das nicht für den Personentransport vorgesehen ist. Anstelle einer Kajüte müssen sie sich in den Frachtraum unter Deck quetschen und weder der Kapitän noch die Mannschaft sind so freundlich wie versprochen; eher grob und schweigsam.
Die nächsten Tage ziehen sich unerträglich in die Länge; vor allem für Sergio, der den Seegang nicht verträgt und die meiste Zeit über der Reling hängt. Nach einer Woche endlich im Hafen angelangt wird die Freude nicht unbedingt größer: Die Luft ist schwül und stickig, der Gestank nach Verfall scheint allgegenwärtig und es herrscht ein lautes Chaos auf den Straßen.

Hier geht’s (noch nicht) zum nächsten Teil des Abenteuers.

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